Die Märkerin


Louise Catharina Märker

geboren 2.10.1718 in Essen

verstorben 15.3.1795 auf HARKORT

Bestattet 19.3.1795

Geheiratet 23.7.1748 auf HARKORT

Johann Caspar Harkort III, * 24.3.1716 Hagen, + 10.2.1761 auf HARKORT


Vorfahren von Louise Catharina Märker Harkort:

Dr. Johannes Christopher Mercker (* 1688) oo 1716 Charlotte Louise Reinermann (1690-1738)

Dr. Johann Christoph Mercker (1641/1645 -1714)

Johann Bertram Mercker (1611-1678)

Hermann Mercker (1583-1630)

Conrad Fröhlingh or Mercker (1557-1634)

Johann Froelich or Maercker ( vor. 1527-)

Arndt Froelich or Maerker (ca. 1498- )

Henrich Froelyng (ca. 1475-1562)



Kinder von Louise Catharina Märker and Johann Caspar Harkort:

Johann Caspar Harkort * 9.2.1749 + Feb. 1749

Louise Harkort *. 22.4.1750 + März 1752

Anna Caroline Friederika Harkort * 1.3.1752 + 4.4. 1832

Johann Caspar IV Harkort * 18.10.1753 + 10.5.1818

Peter Nikolaus Harkort * 14.10.1755 + 2.10.1817

Louise Henriette Harkort * 10.6.1757 + 1.11.1798

Helene Christina Harkort * 14.11.1759 + nach 1787




Louise Catharina, Tochter von Johannes Christopher Mercker (Märcker), Medizinaldirektor, wurde in Essen geboren.

Ihr Vater war der "Hochfürstliche Essendrische Leibarzt der Fürstabtissin zu Essen."

Sie entstammte einen alten Hattinger Familie. Einige Generationen waren evangelische Pfarrer oder als Richter und Bürgermeister in und um Hattingen tätig.

Louise Catharina war am Hofe der Fürstabtissin erzogen worden, hatte damit eine hervorragende Bildung, ein sicheres, gewandtes und stolzes Auftreten.

Sie wird als auffallend schön bezeichnet; bei den allsonntäglichen Kirchgängen in Essen bildeten die männlichen Kirchenbesucher Spalier.

1748 heiratete sie Johann Caspar Harkot III und hatte sieben Kinder mit ihm, von denen zwei jung starben.

Sie lebte auf Harkot, einem der größten Landgüter in der Nähe von Hagen. Zu den Immobilien gehörten weiträumige Felder, Wiesen und Wälder.

Gehandelt wurde nicht nur mit den heimischen Produkten Fleisch und Getreide, sondern auch mit Eisen- und Stahlwaren aus den Schmieden im märkischen Land.

Im Jahre 1756 baute sie mit ihrem Mann ein Herrenhaus auf Harkot.

1761 starb ihr Gatte Johann Caspar Harkort III.

Mit den überlieferten Worten....

Es ist unmöglich für mich, die Empfindungen des Jammers und der Schmerzen zu erklären, welche am Abend des 10. Februar meine Seele und mein Haus erfüllt haben. Die heiligste Vorsehung riss mir und meinen fünf minderjährigen Kinder den besten Ehemann und zärtlichsten Vater im 13. Jahr unserer zufriedenen Ehe im Alter von nur vierundvierzig Jahren nach einer langen Schwäche durch den Tod von der Seite.

Nach dem Tod stand sie vor schier unüberwindlichen Aufgaben. Sie verwaltete die Güter Harkorten und das elterliche Gut Schede, sie führte die Hammerwerke und die Handelsgeschäfte.

Als Frau Märcker übernahm sie die Leitung aller Unternehmen mit Umsicht und Energie, sie war kompetent und gesellig und weiterhin unabhängig. Sie hatte große unternehmerische Fähigkeiten.

Obwohl die Zeiten hart waren (der Siebenjährige Krieg wütete), verstand sie es hervorragend, das Eigentum zu verwalten und den Betrieb auszubauen.

1774 ließ sie auf Harkorten einen "Schmiede-Hammer" errichten. Sie ließ Stahlsensen fertigen, die bis ins ferne Russland exportiert wurden.

1780 hatte sie ihre eigenen vier Hammermühlen und fünf Sensenhämmer:

  1. • Schöpplenberger Stabeisenhammer mit 2 Feuern
  2. • Hasperbach Stabeisenhammer mit 1 Feuer
  3. • Schöntaler Rohstahlhammer mit 1 später 3 Feuern
  4. • Diecker Reckstahlhammer mit 2 später 4 Hämmern
  5. • Harkorter Sensenhammer mit 2 Feuern
  6. • die Hälfte des Stennert Sensenhammers mit 1 Feuer
  7. • Hasper Sensenhammer im Kampe mit 2 Feuern
  8. • Heubinger Sensenhammer mit 2 Feuern
  9. • Hasslinghauser Sensenhammer mit 2 Feuern
  10. • 1 Sensenfeuer in Erley in Pachtung

Sie interessierte sich für alles. Als die Ruhr schiffbar gemacht wurde, kaufte sie einen Lastkahn, transportierte Kohle und Roheisen für ihre "Feuer"und verschiffte ihre Handelsgüter und sparte dadurch enorme Transportkosten und Wegegebühren.

Dank ihrer Intelligenz, Energie, Ausdauer und ihrem Geschick gelang es ihr, das Unternehmen wesentlich zu vergrößern und sie hinterließ ihren Kindern damit eine sehr große Erbschaft, ein blühendes Handelsunternehmen und ein großes Landgut.

Ein Teil dieser Informationen wurden anlässlich des 200-jährigen Bestehens des Herrenhauses Harkort (1956) von Herrn C.E. Proll, Hagen, zusammengestellt und freundlicherweise überlassen.