Bochumer Maschinenindustrie GmbH

Fahrzeugwerk Adolf Märker

Generalvertretung der Automobilfabriken

"DAAG"

Deutsche Last AG Ratingen

Rud. Ley AG Arnstadt

Automobilreparaturwerkstätten

Bochum

Finkenstraße 13

Etwa um das Jahr 1900 erwarb der Wirt Heinrich Märker ein Grundstück an der früheren Finkenstraße, einer Verbindungsstraße zwischen Ferdinand- und Wiemelhauser Straße

Wo heute das Postamt an der Wittener Str. 2 und der Südeingang zum Bahnhof sind, verlief diese Straße bis etwa 1956.

Zu dieser Zeit stießen Ferdinand- und Finkenstr. auf die Düppelstr., die letztlich in die Wittener Str. einmündete. Diese Straßenführung wurde erst 1956 aufgegeben.

http://www.historisches-ehrenfeld.de/galerie/plan-bochum-bahnhof.jpg

Von der Ferdinanstraße, schräg gegenüber dem heutigen "Cafe Ferdinand", verlief die Finkenstraße, zunächst nordwestlich in Richtung Bahndamm und schwenkte dann kurz vor der Bahnlinie westwärts zur früheren

Wiemelhauser Str.

Das Grundstück der Bochumer Maschinenindustrie lag direkt an der Bahnlinie Bochum - Dortmund, mithin kurz vor dem "Straßenknick" und grenzte östlich an die damalige Spedition Reichenbach an.

Ab 1901 wurde das Gelände bebaut, es entstand eine Kfz Werkstatt mit Hofraum, bestehend zunächst aus einem Gebäude mit einer Lackierwerkstatt, einer Stellmacher- und einer Schmiedewerkstatt.

Zur Unterstellung der Fahrzeuge wurde ein offener Wagenschuppen in der Größe von ca. 4,5 x 15 Meter errichtet , eine weiterer Schuppen diente als Lager. Die Grundstücksfläche betrug rund 900 qm.

Nach dem Tod des Eigentümers wurde der Betrieb von dem Betriebsführer Adolf Märker übernommen, der in den folgenden Zeit umfangreiche bauliche Veränderungen vornahm.

1913 wurde das Werkstattgebäude erweitert und umgebaut. Es entstanden im Erdgeschoss 3 Werkstattplätze, im Obergeschoss eine Werkstatt, 3 Lagerräume und Toiletten und ein Unterkunftsraum,

westlich vom Hauptgebäude wurde eine massive zwei geschossige Remise mit massivem Dach und Glasöffnungen in der Größe von ca. 7 x 11 Metern angebaut.

Zitiert wird eine Werbeanzeige aus dem Jahr 1925:

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Bochumer Maschinenindustrie GmbH

Finkenstraße 13

1926 Ein großer Mercedes nach der Wartung und Instandsetzung mit der Tochter des Unternehmers

1928 konnte eine stabile Wagenhalle in der Größe von rund 200 qm mit 3 Autoboxen und einer weiteren Abortanlage erstellt werden. Der offene Wagenschuppen entfiel.

In den 1920er Jahren wurde eine Generalvertretung der deutschen Lastautomobilfabrik AG Ratingen (DAAG) aufgebaut und Fahrzeuge in der Klasse 3 bis 6 to. verkauft, gewartet und instand gesetzt.

Daneben wurden Lastwagen in der Klasse 2 bis 2 1/2 Tonnen der Automobilfabrik Rudolf Ley, Arnstadt, vertrieben.

Von der Handwerkskammer ausgestellte Handwerkerkarte des Eigentümers

Adolf Märker sen. , Bochum 1930

Lehrzeugnis aus dem Jahr 1931

Mit dem Verkauf der Fa. DAAG an den Krupp Konzern und der anschließenden Fabrikstilllegung um 1929/1930 sowie infolge Auflösung der Fa. Ley 1932/1933

brach das Hauptgeschäft der Bochumer Maschinenindustrie weg.

In Ermangelung anderer Fahrzeuglieferanten wurde der Betrieb offensichtlich verkleinert, einige Bereiche ausgelagert und der Inhaber beschränkte sich nunmehr auf die Druchführung von allgemeinen Wartungsarbeiten,

Fahrzeuginstandsetzungen sowie Handel mit Kraftfahrzeugen, Teilen und Reifen.

Firmenwagen Opel 1,2 Liter, Aufnahme aus dem Jahr 1936

Beim zweiten großen Bochumer Luftangriff am 4. November 1944 wurde das Werkstattgelände vollständig zerstört.

Nach dem zweiten Weltkrieg erfolgte kein Wiederaufbau mehr. Das Gelände lag brach. Anlässlich der Umgestaltung der Bochumer Innenstadt Mitte der 50er Jahre mit der Verlagerung des Hauptbahnhofes an den heutigen

Standort und dem Bau der neuen Post, dem Bau des Buddenbergplatzes, wurde das gesamte Gelände zwischen Ferdinand-, Wittener und Wiemelhauser Straße aufgekauft. Die ansässigen Betriebe wurden geschlossen

oder umgesiedelt, so z.B. die Fa. Bücker und Witte, die Spedition Reichenbach. Das ehemalige Betriebsgelände der Bochumer Maschinenindustrie wurde ebenfalls aufgekauft.

Die wenigen noch vorhanden Wohnhäuser an der Ferdinand- und Wittener Straße wurden abgebrochen und das Gelände gerodet und der Neubebauung zugeführt.

Das nachfolgende Bildmaterial wurde freundlicherweise von der Bildstelle der Stadt Bochum zur Verfügung gestellt und zeigt Abrissaktivitäten im März 1955.

Blick in die Finkenstraße von der Ferdinandstraße aus in Richtung Bahndamm

Blick in Richtung Bahndamm und Eisenbahnunterführung Wittener Str. mit Spedition Reichenbach

im Hintergrund das neue Arbeitsamt und die im Bau befindliche Berufsschule

Blick aus Richtung Wiemelhauser Str. heute Universitätsstraße auf das ehemalige Betriebsgelände der Bochumer Maschinenindustrie GmbH

Stand 28. Oktober 201716